Sichtbare Zeugen der Vergangenheit

Unsere tägliche Umgebung enthält eine unübersehbare Menge von Dingen, die wir aus bestimmten Gründen als erstrebenswert erachten. Anhand von naturwissenschaftlich-technischen Erkenntnissen wurden sie zu dem geformt, worauf wir heute dauernd angewiesen sind: von Brücken über Transistoren und industriellen Produktionsanlagen bis zu Pharmazeutika, alles materielle Spuren naturwissenschaftlich-technischer Sachgebiete.

Was hinterlässt die Geodäsie?

Im Unterschied zu anderen Tätigkeiten hinterlassen die Geodäsie und das darin eingebundene Vermessungswesen als materielle Spuren nur unscheinbar vermarkte Punkte: Bolzen, Marksteine. Als grösste handgreifliche Spuren stehen da und dort Pfeiler oder auf markanten Punkten Pyramidensignale.

Immaterielle Software als neue Basis

Der bei weitem überwiegende Teil eines Vermessungswerks ist immateriell. Konnte er noch vor wenigen Jahrzehnten nur mittels Papier, Tinte und Druckfarben dargestellt und mithin auch gespeichert werden, so sind jetzt Computer nicht nur das Speicher-, sondern auch das numerische und graphische Arbeitsmedium schlechthin. Allerdings ist die gesamte im Computer enthaltene Information nur mittels undurchsichtiger Software zugänglich. Die direkte Lesbarkeit ging zwar verloren, doch die Verfügbarkeit der Daten nahm in kaum geahnter Weise zu. Die Digitalisierung erlaubte beispielsweise Probleme der Positionierung von Objekten und der Steuerung von Maschinen anzugehen, deren Lösung kontinuierlich aktualisierte vermessungstechnische Daten erfordert, eine Vorstellung, die noch um 1970 nicht einmal erwogen werden konnte.

Fast Vergessenes bewahren

Wir widmen uns in der Gesellschaft den Leistungen, die ins Vergessen abzusinken drohen, die jedoch in ihrem Umfeld ebenso hervorstachen, wie heute die Satelliten-Navigation im Umfeld der Computer und der Telekommunikation.

Welche alpinen Gebiete der Landeskarte 1:50'000 sind mittels terrestrischer Photogrammetrie aufgenommen worden? Wer erinnert sich noch der Doppelbild-Distanzmessung und ihrer Tücken? Wo ist der Pendelapparat geblieben, mit dem Theodor Niethammer das erste, damals ausserordentlich genaue Schweregrundnetz der Schweiz erstellt hat? Hier bemühen wir uns, Vergangenes zu erhalten.

In den nach Instrumenten-Typen geordneten Seiten können einige Beispiele dazu aufgerufen werden.